
Mein siebenwöchiger Kurs zur Mikvebegleiterin bei Mayyim Hayyim ist vor kurzem zu Ende gegangen. Es hat mir viel Spaß gemacht, über die Geschichte der Mikve, die Symbolik des lebendigen Wassers, traditionellen und modernen Gebrauch dieser jüdischen Institution zu lernen (und ich muss gestehen, ich sammle Urkunden….Yoga Urkunden und jetzt die Mikve Urkunde)
Ich war selbst noch nie in einer Mikve, außer vor Jahren mal mit meine Pessachgeschirr. An dem Tag habe ich die Balanit getroffen, eine Frau mit der ich Musik gemacht habe. Sie hat mich rumgeführt und wir haben uns vorgestellt wie es wäre, wenn die Mikve wie ein fancy Spa wäre, in dem man am Ende einen schönen Drink im Liegestuhl genießen könnte. Seitdem fasziniert mich die Mikve und ich wollte mehr wissen.
Wie ich mein neu erworbenes Wissen anwenden kann wird sich mit der Zeit finden. Ich habe für mich gelernt, dass nichts im Leben vergeblich ist, alles wird einmal seinen Platz finden, so auch dies. In meinem Bundesland gibt es keine funktionierende Mikve, zwar eine aus dem Mittelalter, aber keine funktionierende. Traditionell war die Mikve immer das wichtigste Element einer jüdischen Gemeinde und ich finde es schade, dass meine Gemeinde vordergründig so viel Wert auf “Tradition” legt, aber ein zentrales Element vergisst.
Bei Mayyim Hayyim haben wir auch gelernt, Rituale zu entwerfen und dass man auch natürliche Gewässer zum eintauchen nehmen kann, sofern sie bestimmte Kriterien erfüllen. Das kann ich mir gut vorstellen, mit Frauen, die vielleicht jenseits des traditionellen Gebrauchs die Mikve nutzen möchten, Rituale zu überlegen/zu finden und sie dann beim Eintauchen im natürlichen Gewässer zu begleiten, sofern dies möglich und/oder gewünscht ist. Vielleicht fühlt sich ja jemand von dieser Idee angesprochen?!
Demnächst werde ich hier noch ein bisschen mehr zur Mikve und zu dem, was ich in dem wunderbaren Kurs lernen durfte, schreiben.